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WAS ESSEN? WO EINKAUFEN?  (Begriff eingeben - z.B. Brasato, Seesicht, Merlot, Tamborini)- mit GO beenden


Schweizer Wein-Pioniere im Ausland 
von Sonja Sturzenegger

Im Januar 1999 hat das traditionsreiche Zunfthaus zur Schmiden seine Tore unter der Leitung von Sonja Sturzenegger und ihrem jungen Gastgeberteam in neuem Glanz wieder eröffnet. Sie hatte es sich zum Ziel gesetzt, in Ihrer Weinkarte ausschliesslich Schweizer Weinproduzenten vorzustellen:

Domaine de Cabasse, Alfred und Antoinette Haeni, Provençe, Frankreich 
1990 hatte der promovierte ETH-Ingenieur Agronom und Wissenschaftler den Sprung in die Selbständigkeit gewagt und fand ein herrliches Weingut im südlichen Côtes-du-Rhône. Zur Domaine de Cabasse gehören heute 23 Hektaren Rebfläche sowie ein Hotel samt Restaurant. Die Region zählt inzwischen zur Appellation Côtes-du-Rhône-Villages. Die Menge der Trauben wird durch Schnitt und Kulturführung begrenzt und das Traubengut sorgfältig von Hand gelesen.

Domaine Richeaume, Henning Hoesch, Provençe, Frankreich 
Für Henning Hoesch sind biologischer Abbau und natürliche Weinbereitung für einen Spitzenwein eine schlichte
Selbstverständlichkeit. Zusammen mit seiner Schweizer Frau bewirtschaftet er seit über 20 Jahren die Domaine Richeaume. Sie haben sich in dieser Zeit als eine der ersten Adressen der Provençe etabliert und ihre Weine überzeugen Weinfreunde und Fachwelt.

Hansheiri Zweifel und Josette Moineaux, Frankreich 
Sohn aus der Zweifel - Dynastie (Pommes Chips und Weine), gelernter Oenologe welcher 1989 nach Frankreich auswanderte. Zusammen mit Josette Moineaux - aus einem Champagner Haus stammend - konnten sie verschiedene kleine Parzellen in der Côte de Beaune kaufen. In einem alten Weinkeller an der Stadtmauer von Beaune keltern sie ihre Weine selber.

Château Duplessy, 1er Côte de Bordeaux, Frankreich
1992 hat die Familie Lieberherr, der grösste Baumaschinenproduzent der Schweiz, das Château erworben. Den Namen Duplessy verdankt es einer Parlamentarierfamilie aus dem 16. Jahrhundert. Seit 1782 werden jährlich zwischen 50'000 und 65'000 Flaschen produziert.

Château Lilian Ladouys, St. Estèphe AC, Frankreich 
Nahe dem malerischen Kleinod St. Estèphe liegt Château Lilian Ladouys. Die Bernerin Lilian Thieblot hat mitte der 80er Jahre den Proprietaire Christian Ladouys geheiratet. Den beiden ist es gelungen, in wenigen Jahren einen Top Wein herzustellen.

Gisela Traxler & Herbert Ehrensold, La Rampa di Fugnano, Italien 
Sie nennen sich "Spinner" - die Schweizer Weinidealisten in San Gimignano. Vom Rebberg, wo sie sich - anfänglich belächelt - der integrierten Produktion verschrieben haben, bis zum Verkauf widmen sie sich jedem Detail minutiös.

Fattoria Terrabianca, Roberto Guldener, Vagliali, Toscana, Italien 
Roberto Guldener, geboren 1943 in Zürich, führt das Weingut Terrabianca zusammen mit seiner Frau Maja, beiden Töchtern sowie mit einer Gruppe Spezialisten, angeführt vom Oenologen Vittorio Fiore nach biologischen Grundsätzen. Für das Image und die Konfektion der Weine hat Roberto Guldener die Goldmedaille vom internationalen Museum für Etiketten erhalten.

Fattoria Le Fonti, Konrad Schmitt, Panzano, Toscana, Italien 
Im Herzen des Chianti Classico Gebietes gelegen, ist das Gut von Konrad Schmitt vielleicht das letzte, welches ausschliesslich den klassischen Promiscuo-Anbau betreibt. Das heisst Reben, Oliven-, Nuss- und Obstbäume stehen scheinbar ungeordnet nebeneinander. In Wirklichkeit aber schützen sich die Pflanzen so gegenseitig - ohne Einsatz von Pestiziden. Ein Teil der Rebstöcke erreicht dank aufopfernder Pflege ein biblisches Alter von über 100 Jahren. Das bringt zwar kargen Ertrag, dafür verblüffende Qualitäten. 

La Brancaia, Bruno & Brigitte Widmer, Toscana, Italien 
Podere La Brancaia ist ein alter toskanischer Gutshof, vom Zürcher Ehepaar Widmer mit Liebe und Sorgfalt restauriert. Auf Brancaia werden ausschliesslich Rotweine produziert, die heute zum Besten gehören, was man in der Toscana finden kann. Die wichtigste Traubensorte ist Sangiovese welche zum Teil von sehr alten Reben stammt. In den 80er Jahren wurden zusätzlich noch Merlot und Cabernet Sauvignon angepflanzt.

Il Macchione, Robert Kengelbacher, Montepulciano, Italien 
Robert Kengelbacher war Zahntechniker bevor er sich beruflich dem Wein zuwandte. 1991 kaufte er das nur 4 Hektaren grosse Weingut "Il Macchione" (grosser Fleck). Die Reben - grösstenteils über 30 Jahre alt - sind rund um die Kellerei gepflanzt, ähnlich wie bei einem Château im Bordeaux. Die durchschnittliche Jahresproduktion beträgt etwa 15'000 Flaschen. Schon nach kurzer Zeit gelang es ihm, von Winzerkollegen und Weinkennern grossen Respekt zu erlangen.

Cantina Collina d'Oro, Sam Etter, Calossa, Piemont, Italien 
Die Cantina Collina d'Oro liegt in der Provinz Asti auf einer Meereshöhe von 380 Metern.

Poggio al Sole, Johannes Davaz, Sambuca Val di Pesa, Toscana, Italien 
Die beiden Söhne der Familie Davaz, Johannes und Andrea, führen engagiert weiter, was ihre Eltern im Weingut Porta Reatia in der Bündner Herrschaft erfolgreich begonnen haben. Mit dem Neuerwerb des jahrhundertalten Gutes Poggio al Sole hat sich Johannes Davaz mitten im Gebiet des Chianti Classico niedergelassen, von wo sich interessante Möglichkeiten des Erfahrungsaustausches mit seinem Bruder eröffnen. Auf dem Gut mit den 10 Hektaren Rebfläche wurden bereits im 12. Jahrhundert Wein und Oliven angebaut.

Cava Colet, Kellermeister Reinmund Höchli, Penedes, Spanien 
Die Familien Colet pflegen seit 1783 von Generation zu Generation in einer der besten Lagen des Katalanischen Penedes den Weinbau. Inmitten der sanften Hügel dieser malerischen Landschaft liegt die Hazienda Romani. Seit Juli 1997 liegt die Verantwortung im Keller in den Händen von Reimund und Isabel Höchli, einem gebürtigen Badener.

Bodegas de Santo Tomas, Kellermeister Christoph Gärtner, Mexico 
Die Bodegas de Santo Tomas geht auf eine 1791 im Namen des heiligen Thomas von Aquin gegründeten Missionarsstation zurück. Im Norden des Landes gibt es mikroklimatische Inseln, wo sich trotz Hitze und Trockenheit die Rebe wohlfühlt. So werden unter der Qualitätskontrolle von Christoph Gärtner aus Locarno bei strenger Ertragskontrolle und gekonnter Vinifikation erstaunliche Weine hervorgebracht.

Merryvale Vineyards, Jack Schlatter, St. Helena, Napa Valley, Kalifornien 
Merryvale (das heitere Tal) war die erste Kellerei, die nach der Prohibition im Napa Valley errichtet wurde. Im efeuumwucherten Bau dominieren heute modernste Technik und französische Barriques. Seit 1991 heisst der Besitzer Jack Schlatter, welcher als 20 jähriger in die USA kam und Karriere im Handel mit Textilien, Oel, Gas und Grundstücken machte. Merryvale bewirtschaftet 32 Rebberge, verteilt über das ganze Tal. In Sachen Qualität werden keinerlei Kompromisse eingegangen. Dass die Rotweine "unfiltered" in Flaschen abgefüllt werden, ist so selbstverständlich, dass es gar nicht auf dem Etikett vermerkt wird.

The Hess Collection Winery, Donald M. Hess, Napa Valley, Kalifornien 
Der Berner Unternehmer Donald M. Hess entdeckte statt einer neuen Mineralquelle fruchtbares Rebland: die Grundlage für seine Hess Collection Winery und damit den Ruf, innert weniger als 20 Jahren zu einem der besten Weinproduzenten Kaliforniens zu avancieren. Mit europäischer Tradition und modernster amerikanischer Technologie setzt man auf Spitzenqualität, die bereits mehrfach ausgezeichnet worden ist.

Cuvaison, Familie Schmidheiny, Calistoga, Napa Valley, Kalifornien 
Die Familie Schmidheiny engagiert sich schon seit langem im Weinbau, war doch der Wohnsitz von Max Schmidheiny im St. Galler Rheintal zugleich ein kleines Weingut. 1979 überzeugte Adda Schmidheiny ihren Gatten und ihre Söhne zum Kauf von Cuvaison. Während den letzten 20 Jahren ist es gelungen, ein qualitativ hochstehendes und geachtetes Weingut zu formen. Erst kürzlich wurde ein grosser Felsenkeller fertiggestellt für eine optimale Lagerung der Weine.

Buehler Vineyards, John Buehler, St. Helena, Napa Valley, Kalifornien 
Der Vater von John Buehler, ein gut verdienender Ingenieur, ermöglichte seinem Sohn dieses herrlich gelegene Weingut aufzubauen. Seine Vorfahren stammen aus dem bündnerischen Felsberg. Grund genug, auf sein neues Etikett des Reserve-Weines (leider nicht erhältlich) das Felsberger und das Bündner Wappen zu drucken. John Buehler gilt als Spezialist für die kalifornische Rebe Zinfandel.

Trefethen Vineyards, Winemaker Peter Lüthi, Napa Valley, Kalifornien 
Die Familie Trefethen kaufte das Gut 1968, doch erst John Trefethen begann 1973, die Weine selbst zu vinifizieren. Von da an ging es steil bergauf. Die Weine sind sehr eigenständig. Wichtig ist nicht Kraft und Opulenz, sondern die Betonung von Frucht und Eleganz. Natürlich werden diese Weine auch im Barrique ausgebaut, doch weiss Peter Lüthi, der Schweizer Winemaker, sehr behutsam damit umzugehen. 

Château Xanadu, Winemaker Jürg Muggli, Margaret River, Australien 
Jürg Muggli ist ursprünglich Koch, machte dann aber schon bald sein Hobby zum Beruf. Nachdem es ihm in der Schweiz zu eng wurde, wanderte er 1989 nach Australien aus. Im Château Xanadu - in Irischem Besitz - ist er heute für den Rebbau und den Keller verantwortlich. Anfänglich belächelt wurde sein Rebbau auf Schweizer Art, das heisst nach den Richtlinien einer integrierten Produktion, die Grundlage zum schnellen Erfolg.

Domaine A & Stony Vineyard, Hanspeter Althaus, Caol River Valley, Tasmanien 
Schon zu 'Schweizer Zeiten' war Hanspeter Althaus - ehemaliger IBM Manager - Zentralpräsident der Schweizer Weinfreunde. Auf einer Reise nach Tasmanien sah er eine Reblage und war begeistert. Zusammen mit seiner Gattin zogen sie nach Tasmanien, wo sie nun hochstehende Weine in einem klimatisch anspruchsvollen Land produzieren.

Glen Carlon, Donald M. Hess, Klapmuts, Südafrika 
Innerhalb weniger Jahre baute Walter Finlayson, einer der renomiertesten Weinproduzenten Süd-afrikas, Glen Carlou zu einem der führenden Weingüter auf. Die idealen Bedingungen des Weinbaus und das grosse Potential waren Anlass genug, dass sich 1996 Donald M. Hess zur Hälfte am Besitz beteiligte.


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